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Kinder-/Jugendpolitik



Während mehr als einem Jahr beschäftigte sich die Altdorfer Bevölkerung im Rahmen des Entwicklungsprojektes „jug@altdorf“ mit der zukünftigen Kinder- und Jugendpolitik der Gemeinde. Kinder, Jugendliche und Erwachsene äusserten sich an verschiedenen Befragungen und Anlässen zu ihren Wünschen und Anliegen. Zahlreiche Altdorferinnen und Altdorfer – Jung und Alt – haben sich in Arbeitsgruppen und an drei Konferenzen mit diesen Wünschen und Anregungen auseinandergesetzt.

Kinder- und Jugendpolitik
 



Aufgrund der vorgelegten Projektideen und der Ergebnisse der Befragungen schlägt die Projektleiterin Frau Prof. Katharina-Prelicz in ihrem Schlussbericht insgesamt 47 Massnahmen vor, die zur Verbesserung der Kinder- und Jugendpolitik der Gemeinde Altdorf beitragen sollen. In den nächsten Monaten und Jahren gilt es nun, entsprechende Ideen und Massnahmen umzusetzen. Einige Anliegen konnten bereits realisiert werden.
Schlussbericht

Mit dem Schlussbericht ist das Projekt abgeschlossen. Gleichzeitig wird damit aber auch ein Startzeichen gesetzt für die Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendpolitik der Gemeinde Altdorf. Das Ziel ist weiterhin, Altdorf auch für Kinder und Jugendliche als wohn- und lebenswerten Ort zu erhalten und weiter zu entwickeln.
Eine gute Kinder- und Jugendpolitik kann aber nicht nur Sache der Behörden und der Verwaltung sein. Sie muss allen am Herzen liegen. Das heisst, Ideen, Anregungen und Engagement sind weiterhin gefragt. Wer also mitmachen oder mitdenken, sich für Kinder- und Jugendliche engagieren will, wende sich an die
Kinder- und Jugendkommission Altdorf, Tellsgasse 25, 6460 Altdorf oder an
Telefon 041 874 12 23 (Simon Baumann, Gemeindeverwaltung) oder per Email an
jug@altdorf.ch


Kinder und Jugendliche reden mit
Zur Kinder- und Jugendpolitik der Gemeinde Altdorf haben alle etwas zu sagen. Aber die wichtigsten Personen bei diesem Projekt sind die Kinder und Jugendlichen. Sie sollen sagen können, was ihnen in Altdorf gefällt, was sie verbessern oder verändern möchten, was sie sich wünschen und erhoffen.
Deshalb, liebe Kinder und Jugendliche, teilt uns Eure Meinung mit, Eure Wünsche, Fragen und Anregungen. Schreibt dazu ein E-Mail an jug@altdorf.ch

Der chronologische Verlauf des Entwicklungsprojektes

Juni 2006:
Die Gemeindeversammlung stimmt dem nötigen Projektkredit zu
Die Gemeindeversammlung stimmt einem Projektkredit in der Höhe von Fr. 45‘000.-- zu. Mit dem Projekt sollen der bisherige Stand der Kinder- und Jugendarbeit erhoben und Empfehlungen für kurz-, mittel- und langfristige Massnahmen, Strategien und Projekte für die Verbesserung der Kinder- und Jugendpolitik von Altdorf abgegeben werden.

Juni 2006:
Projektleitung und Steuergruppe beginnen mit ihrer Arbeit
Der Gemeinderat Altdorf beauftragt Frau Prof. Katharina Prelicz-Huber, Dozentin der Hochschule für Soziale Arbeit Luzern, HSA mit der Leitung des Projektes. Sie wird in ihrer Arbeit durch eine Projektsteuergruppe begleitet und unterstützt. Dieser Arbeitsgruppe gehören an: Roland Humair, Gemeinderat, Margret Planzer-Zurfluh, Schulrätin, Patrick Roth, Stiftung Radix/GFS, Karl Ziegler, Schulleiter, Christine Herrscher, Sozialarbeiterin, Sekretariat: Mathilda Santoux.

Juli 2006:
Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz unterstützt das Projekt
Die Stiftung Gesundheitsförderung Schweiz (GFS) unterstützt das Entwicklungsprojekt „Kinder- und Jugendpolitik der Gemeinde Altdorf“ finanziell und wirkt zudem beratend am Projekt mit. Diese Stiftung ist im Auftrag des Bundesrates im Rahmen des Krankenversicherungsgesetzes KVG tätig. Ihre Hauptaufgaben liegen im Anregen, Koordinieren und Evaluieren von Massnahmen zur Gesundheitsförderung und Prävention. Der Stiftung ist es wichtig, dass die Bevölkerung bei den unterstützten Projekten mitbeteiligt wird. Die Projekte sollen den Menschen bewusst machen, dass sie aktiv etwas zur Entwicklung der Gemeinde und damit zu ihrer Lebensqualität beitragen können.
www.gesundheitsfoerderung.ch

September - Oktober 2006:
Umfrage bei Vereinen, Organisationen und Institutionen
Um zu erfahren, wo und wie sich die Gemeinde Altdorf am sinnvollsten und wirkungsvollsten für Kinder und Jugendliche einsetzt, wird bei Vereinen, Organisationen und Institutionen, die in Altdorf für Kinder und Jugendliche tätig sind, eine Umfrage durchgeführt. Die Projektleitung erhält dadurch ein umfassendes Bild der Aktivitäten, die in Altdorf für Kinder und Jugendliche angeboten werden und gleichzeitig können Bedürfnisse und Erwartungen in Erfahrung gebracht werden. An dieser schriftlichen Befragung, beteiligen sich weit mehr als die Hälfte der befragten Vereinigungen, Organisationen und Institutionen.
Die Auswertung dieser Umfrage wird bei der weiteren Tätigkeit der Projektgruppe berücksichtigt. Als wichtigstes Ergebnis kann festgestellt werden, dass sich in der Gemeinde Altdorf zahlreiche Leute für die Anliegen, Bedürfnisse und für die Freizeitgestaltung der Kinder und Jugendlichen engagieren.

4. Oktober 2006:
Die Altdorfer Schulen machen mit
Die gesamte Lehrerschaft der Altdorfer Kindergärten, Primarklassen und Oberstufen wird durch die Projektleiterin Katharina Prelicz-Huber über das laufende Entwicklungsprojekt „jug@altdorf“ informiert. Die Lehrerinnen und Lehrer nehmen im Projekt eine Schlüsselrolle ein. Über sie werden die Schülerinnen und Schüler aller Stufen im Laufe des Schuljahres 2006/07 über ihre Bedürfnisse und Wünsche befragt.

20. Januar 2007:
Öffentliche Zukunftskonferenz zur Kinder- und Jugendpolitik
Am Samstag, 20. Januar 2007 findet für alle interessierten Altdorferinnen und Altdorfer im Mehrzweckgebäude Winkel eine öffentliche Zukunftskonferenz statt. Während eines ganzen Tages unterhalten sich über 80 Altdorferinnen und Altdorfer im Alter zwischen 12 bis 62 Jahren über die gewünschte Richtung der zukünftigen Kinder- und Jugendpolitik. Sie erarbeiten Ideen und legen Schwerpunkte für die weitere Entwicklung fest. In den sehr angeregten Gruppengesprächen wird geklärt, was in Altdorf bisher gut oder weniger gut läuft und was für die Zukunft zu unternehmen wäre. Dabei werden zum Teil Ideen entwickelt, die sehr realistisch sind und vermutlich mit wenig Aufwand verwirklicht werden könnten. Aber auch utopisch anmutende Ideen finden ihren Platz. Zum Abschluss der Tagung einigen sich die Teilnehmenden auf folgende 8 Kernthemen für die zukünftige Kinder- und Jugendpolitik der Gemeinde:
Freizeitangebote / Kinder- und Jugendpartizipation / Jugendzentrum / Schule / Gassenarbeit / Elternarbeit, Soziale Angebote, Integration / Ortsgestaltung und Verkehrssituation / Regeln des Zusammenlebens.

März 2007:
Zukunftswerkstatt mit Jugendlichen an der Kantonalen Mittelschule
Während eines Halbtages unterhalten sich an einer Zukunftswerkstatt 42 Schülerinnen und Schüler des Untergymnasiums – je 6 Klassendelegierte – über die gewünschte Entwicklungsrichtung der Kinder- und Jugendpolitik von Altdorf. Da sich zur selben Zeit der Kanton Uri mit der Entwicklung eines Kinder- und Jugendleitbildes befasst, formulieren die Jugendlichen auch hierzu ihre Anliegen. Gemeinsam diskutieren sie ihre Ideen und legen Schwerpunkte für die weitere Entwicklung fest. In intensiven Gruppengesprächen wird geklärt, was in Altdorf und in Uri bisher gut läuft, wo Kritik angebracht werden muss und was in Zukunft zu tun wäre. Zum Abschluss der Tagung einigen sich die Gymnasiastinnen und Gymnasiasten auf folgende 10 Kernthemen für die zukünftige Kinder- und Jugendpolitik von Altdorf und von Uri:
Jugendhaus / Kino / Park / Mehrzweckstadion / Freizeitangebote / Kultur / Vandalismus + Alkohol / Öffentlicher Verkehr / Shopping / Mensa Kollegi.

März 2007:
Befragungen an der Kantonalen Berufsschule Uri
Im Laufe des Monats März wird an der Berufsschule Uri in verschiedenen Berufsschulklassen eine schriftliche Befragung durchgeführt. Bei dieser Befragung geht es darum, von Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu erfahren, was ihnen als Einwohnerinnen und Einwohner oder als Besucherinnen und Besucher von Altdorf am Urner Hauptort gefällt, was ihnen weniger gefällt, welche Bedürfnisse ihre Alterskategorie hat, welche Ideen und Anregungen sie im Zusammenhang mit der Kinder- und Jugendpolitik der Gemeinde Altdorf vorschlagen.
An den Diskussionen in den befragten Berufsschulklassen nehmen nicht nur Altdorferinnen und Altdorfer teil. Auch junge Berufsleute der anderen Gemeinden beteiligen sich rege an der Umfrage, da sie einen wesentlichen Teil ihrer Freizeit in Altdorf verbringen.
Kernanliegen sind: Jugendhaus / Sport- und Vergnügungspark / mehr Grossanlässe, Discos / verkehrsfreies Dorfzentrum / keine Gewalt – gerade auch zwischen verschiedenen Kulturen / Alkohol.

Mai 2007:
Zukunftswerkstätten mit den SchülerInnen der Kingergärten, Unter-, Mittel- und Oberstufe
Die Kinder und Jugendlichen der Altdorfer Schulen werden in ihren jeweiligen Klasse zu ihren Wünschen und Bedürfnissen befragt. Jede Klasse bestimmt zudem eine Delegation von sechs SchülerInnen, die an den folgenden Zukunftswerkstätten der einzelnen Stufen die Anliegen der Klasse vertreten.
An vier verschiedenen Zukunftswerkstätten stellen die Delegierten die Wünsche und Anliegen ihrer Klasse vor. In Gruppen werden die vorgebrachten Ideen diskutiert und anschliessend auch gewichtet. Obwohl an den Zukunftswerkstätten, die nach Schulstufen getrennt durchgeführt werden, sehr unterschiedliche Interessen und Anliegen vorgebracht werden, gibt es doch auch zentrale Wünsche, die bei den Kindern und Jugendlichen aller Altersstufen im Vordergrund stehen, so vor allem der Ausbau der Freizeitangebote und die Möglichkeit von Begegnungsorten, sei dies – je nach Alter – auf Spielplätzen oder in einem Jugendzentrum.

März - August 2007:
Arbeitsgruppen setzen sich mit einzelnen Themen auseinander
Verschiedene eigenverantwortliche Arbeitsgruppen, die sich an der Zukunftskonferenz vom 20. Januar 2007 gebildet haben, bearbeiten die an der Zukunftskonferenz vorgeschlagenen Themen weiter und entwickeln zu den einzelnen Themen konkrete Ideen. Am 20. Juni stellen die Arbeitsgruppen an einer gemeinsamen Zwischenkonferenz einander erstmals den Zwischenstand ihrer Arbeiten vor und tauschen ihre Ideen und Erfahrungen aus. Den Arbeitsgruppen werden auch die Ergebnisse aus den Zukunftswerkstätten und den Umfragen mit den Kindern und Jugendlichen präsentiert. Anschliessend bearbeiten die einzelnen Arbeitsgruppen ihre Themen weiter und konkretisierten ihre Vorschläge zuhanden der Ergebniskonferenz vom 1. September 2007.

September 2007:
Öffentliche Ergebniskonferenz – Arbeitsgruppen stellen 23 Projekte vor
An der öffentlichen Ergebniskonferenz vom Samstagnachmittag, werden im Mehrzweckgebäude Winkel die verschiedenen Projekte der Arbeitsgruppen und der Kinder und Jugendlichen präsentiert. In mehreren Gesprächsrunden werden die vorgeschlagenen Projekte von allen Anwesenden diskutiert und bewertet. Schliesslich kristallisieren sich fünf Themen heraus, die den Teilnehmenden der Ergebniskonferenz als vordringlich erscheinen:
  1. Die Errichtung eines betreuten Jugendhauses als Begegnungsstätte für alle Jugendlichen.
  2. Die Ausgestaltung von Kinderspielplätzen, die auch Kindern im Primarschulalter dienen.
  3. Die Einsetzung einer professionellen mobilen Jugendarbeit.
  4. Die Partizipation von Kindern und Jugendlichen, z.B. durch Errichtung einer Jugenddorfgemeinde.
  5. Die autofreie Gestaltung des Unterlehns.

Dezember 2007:
Der Schlussbericht zum Entwicklungsprojekt liegt vor
Im Dezember 2007 liefert die Projektleiterin Frau Prof. Katharina Prelicz-Huber ihren Schlussbericht ab. Der Gemeinderat beschäftigt sich an zwei Sondersitzungen eingehend mit diesem Bericht und mit den vorgeschlagenen Massnahmen und Projekten. Er prüft die im Bericht vorgeschlagenen Projekte auf ihre Realisierbarkeit hin und gewichtet einzelne Massnahmen nach ihrer Dringlichkeit. Zudem beschliesst der Gemeinderat, den vorliegenden Schlussbericht vollumfänglich zu veröffentlichen, damit sich die interessierte Öffentlichkeit selber ein Bild machen kann von den Ideen und Wünschen, die im Verlaufe des Projektes vorgebracht wurden. Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass nicht alle vorgeschlagenen Massnahmen realisiert werden können. Er freut sich aber, dass so viele junge und ältere Altdorfer und Altdorferinnen sich im Laufe des Projektes engagiert und so zahlreiche Ideen zusammengetragen haben.

Januar 2008:
Der Gemeinderat genehmigt ein Leitbild und ein Reglement für die Kinder- und Jugendpolitik
Das im Schlussbericht vorgeschlagene Kinder- und Jugendleitbild wird vom Gemeinderat genehmigt. Es definiert die zukünftige Haltung und Stossrichtung der Kinder- und Jugendpolitik von Altdorf. Gleichzeitig erlässt der Gemeinderat ein Reglement für die Kinder- und Jugendpolitik der Gemeinde. Das Reglement umschreibt die Strukturen und Aufgaben der Kinder- und Jugendpolitik.
Kinder und Jugendleitbild Altdorf
Reglement für die Kinder- und Jugendpolitik

6. März 2008:
Öffentliche Informationsveranstaltung zu den Ergebnissen des Projekts
An einem Informationsabend informiert der Gemeinderat die Öffentlichkeit, was in Sachen Kinder- und Jugendpolitik in Altdorf künftig geschehen soll, welche Massnahmen und Projekte der Gemeinderat als erste realisieren will.
Der Gemeinderat dankt bei dieser Gelegenheit allen, die sich im Laufe des Projektes für eine Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendpolitik in der Gemeinde Altdorf engagiert haben.

Juni 2008
Die neue Kinder- und Jugendkommission Altdorf nimmt ihre Arbeit auf
Als eine der ersten Massnahmen ernennt der Gemeinderat eine neu zusammengesetzte Kinder- und Jugendkommission. Diese Kommission soll sich um die Anliegen der Kinder und Jugendlichen kümmern. Sie soll den Gemeinderat beraten und in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen der Gemeindeverwaltung für die Umsetzung beschlossener Massnahmen besorgt sein.
Die Kommission setzt sich aus folgenden Personen zusammen:
Roland Humair, Gemeinderat, Kommissionspräsident
Karl Ziegler, Schulleiter
Christine Herrscher, Leiterin Sozialdienst Uri Nord
Egon Schmidt, Kinder- und Jugendpsychologe
Agnes Schelbert, Mutter von Kleinkindern
Sebastian Züst, Student an der Hochschule für Soziale Arbeit Luzern
Ronny Arnold, Abteilungsleiter Pfadi Altdorf, Vertreter Jugendvereine
Tanja Müller, Sekretärin der Kommission

Die Kinder- und Jugendkommission will auch weiterhin Ideen, Anregungen und Wünsche von Kindern, Jugendlichen und auch Erwachsenen aufnehmen. Entsprechende Anliegen können gerichtet werden an:
Kinder- und Jugendkommission, Tellsgasse 25, 6460 Altdorf oder per E-Mail an jug@altdorf.ch.